Ratgeber Schlafen

Wenn Sie einen Ratgeber zum Thema Schlafen lesen, werden Sie ein paar Dinge fast immer gesagt bekommen: Rückenlage, nicht zu warm, und Vorsicht bei losem Bettzeug. Diese Dinge gilt es natürlich zu beachten, aber oft führen genau diese Ratschläge zu einem schlechten Schlaf. Warum?

Rückenlage beim Schlafen

Viele Babies schlafen in Rückenlage sehr schlecht, zappeln viel, und wachen dadurch oft auf. Leider ist dies jedoch die bevorzugte Lage, um den plötzlichen Kindstod zu vermeiden. Was also tun? Bei vielen Babies hilft hier pucken. Pucken bedeutet enges Einwickeln in Tücher, so daß sich Arme und Beine nicht mehr beliebig bewegen können. Dadurch werden die Babies in ihren Bewegungen gebremst wie in der Gebärmutter und schlafen besser. Sie können mit einem Pucktuch oder einer normalen Decke pucken, Anleitungen dazu finden sich im Internet. Sehr empfehlenswert ist auch ein Produkt namens “SwaddleMe”, mit dem das Pucken besonders einfach ist, und im Sommer auch nicht so warm. Unser Sohn schläft nur entweder auf dem Bauch, oder gepuckt in Rückenlage – wir verwenden dabei den SwaddleMe. Ich habe schon oft gehört, daß auch andere Babies in Bauchlage besser schlafen als auf dem Rücken liegend, jedoch sollten Sie dies nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme in Erwägung ziehen.

Nicht zu warm – Schlafen

Überhitzung ist ein Faktor, der den plötzlichen Kindstod begünstigt und ist daher unbedingt zu vermeiden. Viele Schlafsäcke sind heutzutage sehr dünn. Oft liest man, wenn die Kinder im Nacken schön warm sind, dann haben sie die richtige Temperatur. Fühlen Sie aber ruhig auch mal an den Ärmchen und Beinchen. Diese sollten nicht glühen (Überhitzungsgefahr), aber kühl sollten sie auch nicht sein, Sie selber wachen doch bestimmt auch auf, wenn Sie frieren und sich nicht im Schlaf wärmer zudecken können. Unser Sohn hatte Phasen, wo er sich 3 bis 5mal pro Nacht meldete. Ich habe immer gestillt, aber er schien nicht satt zu werden, denn eine Stunde später war er schon wieder wach. Es hat einige Tage gedauert, bis ich merkte, daß seine Beinchen unter seiner Kleidung ganz kühl waren, und kaum hatte ich dafür gesorgt, daß er nachts nicht mehr so stark auskühlt, schlief er wieder die ganze Nacht durch – es war also gar nicht der Hunger! Bitte beachten Sie, daß auch ein Winterschlafsack nicht zwingend ausreicht, um Ihr Baby die ganze Nacht über warm genug zu halten, schauen Sie lieber mal nach!

Loses Bettzeug

Es ist ganz wichtig, daß Sie darauf achten, daß Ihr Baby immer gut atmen kann. Loses Bettzeug ist dabei unbedingt zu vermeiden. Am besten ist es, wenn Sie ganz ohne zusätzliches Bettzeug auskommen, also nur ein Schlafsack oder dergleichen. Natürlich sollte Ihr Kind aber auch nicht frieren!

Hier ein paar Tipps, was Sie tun können, wenn Sie ihr Baby zusätzlich zum Schlafsack zudecken müssen:

  • Legen Sie Ihr Baby mit den Füßen ganz unten ans Bettende, so daß es nicht unter die Decke robben kann. Unser Sohn hat im Alter von 3 Monaten angefangen, auf dem Rücken liegend und im SwaddleMe gepuckt in Richtung seiner Füße zu robben.
  • Achten Sie darauf, daß ihr Baby nicht schräg unter die Decke robben kann, d.h. daß es sich nicht so drehen kann, daß es quer im Bett liegt. Ein Stillkissen kann hier gute Dienste leisten.
  • Achten Sie darauf, daß Ihr Baby seine Decke nicht über sein Gesicht ziehen kann. Unser Sohn schafft es im SwaddleMe (also mit gepuckten Armen), seine Decke sowohl nach oben als auch nach unten zu strampeln. Eventuell können Sie die Decke passend an den Gitterstäben befestigen.
  • Ein ganz normaler Pucksack/Strampelsack bringt möglicherweise schon die erforderliche Wärme für Ihr Kind. Einfach entweder über oder unter dem Schlafsack tragen.



Zum Thema Familienbett möchte ich an dieser Stelle nicht viel schreiben.

Ich finde Familienbett oder Babybalkon besonders für stillende Mütter sehr bequem. Allerdings muß ich auch sagen, daß unser erster Sohn schlagartig wesentlich besser geschlafen hat, als wir ihn mit 9 Monaten in seinem Bett in seinem Zimmer schlafen ließen.

Für viele Kinder ist es auch sehr wichtig, einen geregelten Ablauf zu haben. Also Aufwachen, essen, wickeln, zusammen spielen, alleine spielen, wach ins Bett gelegt werden, schlafen. So oder so ähnlich, die Reihenfolge können Sie teilweise Ihren Bedürfnissen anpassen, solange es immer gleichartig abläuft. Das Bett sollte immer dasselbe Bett sein, an derselben Stelle im selben Raum. Dann hat ihr Baby etwas, auf das es sich verlassen kann und weiß, was von ihm erwartet wird.

Wenn Babys müde werden, dann werden sie unruhig und fangen an zu schreien. Leider denken nun manche Eltern, daß ihrem Baby etwas weh tut, daß ihm langweilig ist, daß es Hunger hat oder dergleichen, und starten dann das entsprechende Programm. Wenn Ihr Kind schon eine ganze Weile wach war und wenn die letzte Mahlzeit nicht allzu lange her ist, dann probieren Sie doch einfach mal, Ihrem Kind Ruhe zu gönnen, also z.B. pucken und schlafen lassen. Oder auch feste ins Tragetuch packen, dort ist es auch wie gepuckt, hat aber zusätzlich den Körperkontakt. Es ist auch durchaus nicht ungewöhnlich, daß ein Baby erst einmal ein paar Minuten lang schreit, bevor es in den Schlaf findet, insbesondere, wenn es schon sehr übermüdet ist, also geben Sie nicht gleich auf. Wenn noch nicht einmal Sie sich sicher sind, daß Ihr Baby jetzt schlafen muß, wie soll ihr Baby sich dann dessen sicher sein…?

Mehr zu SwaddleMe unter http://swaddleme.ideen-rund-ums-kind.de/


www.erwinmueller.de

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2 Kommentar zu “Ratgeber Schlafen

  • 1
    Micky
    November 22nd, 2009 13:04

    Hallo!
    Ich fand die Informationen sehr interessant und wertvoll. Es stimmt, oft werden immer nur pauschale Tipps gegeben aber selten wird erklärt wie Eltern diese auch wirklich gut umsetzten können.

  • 2
    Kim
    April 5th, 2011 13:37

    Bin nach längerem Suchen auf diese Seite gestoßen und konnte viele wichtige Punkte für mich finden. Wichtig beim Zudecken finde ich noch, dass nicht nur verhindert werden sollte, dass das Baby unter die Decke robbt, sondern auch, dass es sich die Decke über den Kopf zieht bzw. strampelt. Daher habe ich die Decke immer am Fußende beschwert oder irgendwo eingeklemmt.

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