Suchtverhalten durch die Flasche

Das Zahnproblem ist schlimm – verglichen mit den seelischen Problemen, die das permanente Nuckeln an der Flasche verursachen kann, jedoch noch harmlos.

Kinder stillen mit der Nuckelflasche ihre natürliche Lust am Saugen. Dafür könnten Sie jedoch auch den Schnuller, den Daumen oder ein Schmusetuch nehmen. Das Gefährliche an der Nuckelflasche ist die Kombination von der Befriedigung des Saugreflexes und dem angenehmen Gefühl der Flüssigkeit, die durch die Kehle fließt.

Baby spült seinen Frust herunter

So großen Durst hat kein Kind – beim Dauerfläschchen geht es nicht mehr um den Durst, hier wird meistens der Frust herunter gespült. Das Fläschchen ist eine verführerische Krücke für Eltern. Das Kind lässt sich schnell beruhigen und die Situation ist entschärft. Genau das ist das Problem. Nörgelt das Kind im Einkaufsgedränge, schon bekommt es eine gefüllte Flasche und ist ruhig. Weint es, obwohl die Eltern sich unterhalten wollen – auch hier hilft die Flasche.

Die Flasche als Lösung für Probleme

Das Kind lernt auf diese Weise, dass sein Frustgefühl durch die Flasche beseitigt wird. Es geht nicht mehr darum, warum das Kind eigentlich wirklich schreit, es wird lediglich ein Symptom wegkaschiert.
Das Baby lernt: Geht es mir nicht gut, nehme ich einen Schluck aus dem Fläschchen, dann fühle ich mich gleich wieder wohl. Damit wird dem Kind aber auch suggeriert, dass es an seinem Problem, das ihn gerade quält, nichts ändern kann.
Dem Kind wird also klar, dass es eigentlich hilflos und ohnmächtig ist. Die Flasche wird zum Ersatz für die kreative Suche nach anderen Lösungsmöglichkeiten. Durch diesen Teufelskreis kann der Grundstein für ein späteres Suchtverhalten gelegt werden. Das Baby sagt: Ich fühle mich schlecht, also sauge ich an meiner Flasche – jetzt geht es mir besser.

Die Auswirkungen im Erwachsenenalter

Der Erwachsene sagt später: Mir geht es schlecht, deshalb rauche ich, trinke ich oder esse ich übermäßig – dann geht es mir gleich wieder besser. Durch das Beruhigen mit der Flasche kann die dadurch erlernte Hilflosigkeit bis ins Erwachsenenalter transportiert werden. Als Kind hat dieser Mensch gelernt, dass es eigentlich keine Lösung für sein Problem gibt, oder es sie zumindest nicht finden kann.

Dieser Mensch wird auch später viel schneller vor Problemen resignieren und Ersatzbefriedigungen suchen als andere Menschen.

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