Kinderarzt – So finden Sie den richtigen

Die meisten Menschen suchen sich ihren Frisör, Bäcker oder Handwerker sorgfältiger aus als ihren Arzt. Vermutlich gehen wir unbewusst davon aus, dass jemand, der das Medizin-Studium geschafft hat, seine Qualifikation schon bewiesen hat. Weit gefehlt: Natürlich gibt es unter den Ärzten genauso viele Unfähige wie in anderen Berufen. Nur: Einem Arzt müssen wir vielleicht einmal unser Leben anvertrauen, deshalb sollte man ihn sorgfältig auswählen. Das gilt ganz besonders für den Kinderarzt, der das Kind kompetent durch seine ersten Lebensjahre begleiten soll.

Kinderärzte sind rar, für gute Kinderärzte gilt das um so mehr. Grundsätzlich gilt: Die fachliche Kompetenz ist bei den allermeisten Kinderärzten gegeben. Der “gute” Kinderarzt unterscheidet sich von seinem weniger geeigneten Kollegen eher durch seine menschlichen Qualitäten und sein Praxismanagement.

Ihr Kinderarzt sollte Ihnen überzeugend vermitteln können, dass Sie und Ihr Kind bei ihm in guten Händen sind. Weiterhin sollte er Einfühlungsvermögen für Ihr krankes Kind beweisen und auch Sie als Eltern Ernst nehmen. Vor allem sollte Ihr Arzt akzeptieren, dass es heute informierte Eltern gibt. Außerdem: Sie kennen Ihr Kind am Besten. Dies beiden Tatsachen machen auch Sie zu einem Experten, was die Gesundheit Ihres Kindes angeht. Wenn Ihr Kinderarzt das akzeptiert, ist er sicherlich ein guter Gesundheits-Berater für Ihr Kind.

Viele Besuche beim Kinderarzt wären nicht nötig. Das weiß auch Ihr Arzt. Da Sie als Eltern jedoch aus Sorge um Kind handeln, sollte er diesen Umstand nicht herauskehren. Wie soll ein medizinischer Laie Bauchschmerzen von einer Blinddarmreizung unterscheiden? Für Ihre Fürsorge sollte Ihr Kinderarzt Verständnis zeigen.

Ein guter Kinderarzt nimmt jeden Patienten ernst, er versteht die Sorgen der Eltern und die Ängste der Kinder. Er verharmlost nicht, er schürt aber auch keine Panik.

Ein guter Kinderarzt sorgt dafür, dass jeder kleine Patient das Medikament bekommt, das er braucht. Aber: Er schickt Sie auch ohne Medikament nach Hause, wenn es sich um eine harmlose Erkrankung handelt, mit der auch ein kleiner Körper ganz allein fertig wird.

Natürlich ist ein guter Kinderarzt jemand, der Kinder liebt. Er wird auch beim Anblick jammernder und quengeliger Kinder die Ruhe behalten und nicht genervt sein.

Nicht nur der Arzt sollte im Mittelpunkt Ihrer Betrachtungen stehen, auch das Praxismanagement ist wichtig. Ist die Praxis so gut organisiert, dass die Wartezeiten gering ausfallen? Ist das Team freundlich und geht auf die Kinder ein? Ist der Arzt schnell zur Stelle, wenn er gebraucht wird? Wenn Sie Vertrauen zu Ihrem Arzt haben und die meisten Punkte auf unserer Checkliste als “erledigt ” abhaken können, sind Sie und Ihre Kind in guten Händen. Wichtig: Scheuen Sie sich nicht, Ihrem Arzt Fragen zu stellen und ihm auch zu sagen, wenn Ihnen etwas missfällt: Ein guter Kinderarzt wird Ihre Fragen und Ihre Kritik sehr Ernst nehmen.

Tipps, wie Sie den richtigen Kinderarzt finden:

Vielleicht haben Sie einen Hausarzt, mit dem Sie absolut zufrieden sind? Trotzdem sollten Sie mit Ihrem Kind immer zu einem Kinderarzt Ihres Vertrauens gehen. Es spricht nichts dagegen, in einer akuten Situation den Hausarzt zu rufen, Ansprechpartner sollte aber generell der Kinderarzt sein.

Geben Sie nichts auf Empfehlungen anderer Eltern. Nur Ihre Meinung und das Gefühl Ihres Kindes zählen!

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind oder Ihnen etwas nicht gefällt. Wenn Ihr Arzt darauf nicht eingeht, sollten Sie darüber nachdenken, ob eventuell ein Arztwechsel angesagt ist.

Checkliste: Der beste Kinderarzt für Ihr Kind

  • Er mag Kinder und hat behält die Nerven, wenn die Kleinen mal anstrengend werden.
  • Er spricht auch mit Ihrem Kind und nicht über das Kind.
  • Er erklärt dem Kind altersgerecht, was er gerade macht.
  • Er hat Humor.
  • Er nimmt Ihre Fragen, Sorgen und Kritik wirklich Ernst.
  • Er gibt dem Kind das Gefühl, ganz für es da zu sein.
  • Er nimmt sich Zeit.
  • Ohne Untersuchung gibt es keine Medikamente!
  • In Notfällen macht Ihr Arzt auch Hausbesuche.
  • Sein Personal ist freundlich und geht auf die Kinder ein.
  • Sein Wartezimmer bietet den Kindern Ablenkung und wirkt freundlich.
  • Sein Praxismanagement macht es möglich, dass Sie im Krankheitsfall am selben Tag einen Termin bekommen.
  • Er verschreibt kein Medikament, wenn die Erkrankung harmlos ist und der Körper Ihres Kindes selbst damit fertig wird.
  • Er berücksichtigt immer auch die seelische Komponente einer Krankheit.

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