Migräne bei Kindern

Kopfschmerzen sind eine Volkskrankheit. Erschreckend ist, dass immer mehr Kinder betroffen sind.

Viele der kleinen Patienten leiden an der schlimmsten Form des Kopfschmerzes, der Migräne. Häufig werden die Beschwerden bei Kindern nicht erkannt, da ein Kind noch nicht exakt mitteilen kann, was ihm fehlt. Außerdem äußern sich bei Kindern die Beschwerden anders als bei Erwachsenen.

Auch das ist ein Grund, warum Migräne bei Kindern nicht entdeckt wird.

Migräne bei Kindern erkennen

Migräne muss bei Kindern nicht zwangsläufig mit Kopfschmerzen einhergehen, achten Sie deshalb auch auf Symptome, die Sie folgendermaßen erkennen:

  • Während bei Erwachsenen die Kopfschmerzen meist einseitig sind, verspüren Kinder in den meisten Fällen den Kopfschmerz auf beiden Seiten. Dazu können starke Sehstörungen auftreten.
  • Das Kind wird von stundenlangen Bauchschmerzen gequält, dazu kommen oft Blässe und Übelkeit.
  • Auch Erbrechen kann ein Hinweis auf Migräne sein. Das Erbrechen tritt dabei ohne jeden ersichtlichen Grund auf. Gefährlich ist dieses wiederholte Erbrechen besonders wegen des Flüssigkeitsverlustes.
  • Bei Kindern sind die Schmerzanfälle wesentlich kürzer als bei Erwachsenen. Sie dauern ungefähr 4-5 Stunden.
  • Wenn das Kind wiederholt über mehrere Stunden hin auffallend ruhig ist, sollten Sie nachforschen lassen, ob Migräne im Spiel ist.
  • Auch Schwindelanfälle können ein Hinweis auf Migräne sein. Diese Anfälle dauern meistens nur wenige Minuten und betreffen hauptsächlich Kinder bis zum 8. Lebensjahr.

Die Auslöser für Migräne

Die Auslöser für Migräne werden Triggerfaktoren genannt. Es ist wichtig, diesen auslösenden Faktoren auf die Schliche zu kommen, deshalb sollten Sie bei Verdacht auf Migräne unbedingt ein Schmerz-Tagebuch führen.

  • Bei Mädchen: Eintritt der Regelblutung
  • Erkältungen
  • zu langes Fernsehen
  • Stundenlanges Spielen/Arbeiten am Computer
  • Schulstress
  • Stress durch familiäre Probleme
  • Lebensmittel (zum Beispiel Nüsse, Milchprodukte, Schokolade)
  • Bewegungsmangel
  • Veränderungen im Schlaf-Wach- Rhythmus

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind wiederholt an Kopfschmerzen leidet, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. Es gibt bereits Therapien gegen Migräne bei Kindern, die sehr erfolgreich sind. So lernen Kinder beispielsweise, sich zu entspannen und so Stress abzubauen.

Gegen akute Kopfschmerzen können Sie Ihrem Kind ruhig ein einfaches Schmerzmittel geben, zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen. Schmerzmittel sollten jedoch nicht zur Gewohnheit werden und auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Kind starke Schmerzmittel verabreichen, die nur für Erwachsene geeignet sind.

Kopfschmerz als Notfall

Harmlose Kopfschmerzen lassen meist rasch nach, wenn das Kind Zuwendung und Ruhe und vielleicht ein richtig dosiertes Schmerzmittel erhält. Bei starken oder zunehmenden Kopfschmerzen benötigt Ihr Kind jedoch sofortige ärztliche Hilfe, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:

  • plötzlich einschießender starker Schmerz
  • hohes Fieber
  • Nackensteife (das Kind kann den Kopf nicht beugen)
  • starkes Erbrechen
  • ein erstmalig auftretender Krampfanfall
  • neurologische Symptome wie Seh- und Sprechstörungen, Schwäche in Armen oder Beinen oder Unsicherheit beim Gehen

So finden Sie einen geeigneten Arzt für Ihr Kind

Fachärzte für Kopfschmerzen und Migräne sind bei Kindern eine Seltenheit, eventuell kann Ihnen Ihr Hausarzt eine Adresse nennen. Eine Anlaufstelle ist auch die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft Außerdem können Sie einen der verschiedenen Arzt-Suchdienste nutzen, die es on- und offline gibt.

Die Kriterien können Ihnen helfen, einen geeigneten Spezialisten zu finden:

  • Der Arzt unterhält sich nicht nur mit Ihnen über das Kind, sondern spricht auch mit dem Kind selbst.
  • Der Arzt nimmt sich ausreichend Zeit und spricht mit Ihnen und Ihrem Kind über den Krankheitsverlauf und die Lebensumstände.
  • Der Arzt kann Ihr Kind motivieren, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen, und setzt sich auch mit diesen Aufzeichnungen auseinander.
  • Der Arzt bemüht sich, nicht nur die Symptome zu kurieren, sondern macht sich gemeinsam mit Ihnen und dem kleinen Patienten auf die Suche nach den Ursachen.
  • Der Arzt erklärt nicht nur Ihnen, sondern auch dem Kind die mögliche Notwendigkeit einer medikamentösen Behandlung.
  • Er erklärt Ihrem Kind, warum es die Medikamente nehmen muss, und spricht mit Ihnen über die Dosierung.

Links & Adressen, wenn Ihr Kind Migräne hat

Selbsthilfegruppe für Kinder mit Kopfschmerzen und Migräne
c/o Carmen Stöcker
Unterer Pfarrberg 8
95188 Issigau
Telefon: 09293-8324

Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)
Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Joseph-Stelzmann-Straße 9
50924 Köln
Telefon: 0228-4780

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.
Universitätsstraße 84
93053 Regensburg
Fax 0941-9413075
www.dmkg.org

Deutsche Schmerzhilfe e.V.
Sietwende 20
21720 Grünendeich
Fax: 04142-810435

Schmerztherapeutisches Kolloquium e.V.
Hainstraße 2
61476 Kronenberg
Telefon: 06173-95 56 0
Fax: 06173-95 56 14

Psychotherapie Informationsdienst (PID)
Heilsbachstraße 22-24
53123 Bonn
Telefon: 0228-746699
Erteilt Auskunft über Therapeuten, die auf Entspannungs-, Verhaltens- und Psychotherapie bei Kindern spezialisiert sind.

Kostenlose Broschüre: Kopfschmerz und Migräne bei Kindern

Mit dieser Broschüre möchte die DAK betroffenen Kindern und Eltern helfen, den Leidensweg zu beenden oder zumindest zu lindern.

Folgende Themen werden erläutert:

  • Unterscheiden von harmlosen und ernsten Kopfschmerz-Symptomen
  • Mögliche Ursachen und Auslöser von Kopfschmerz-Erkrankungen
  • Beobachten – Erkennen – Vorbeugen – Behandeln
  • Checkliste der Symptome
  • Adressen medizinisch wissenschaftlicher Vereinigungen

Kommentar schreiben