Vorbeugungen von Kinderunfällen im Haus!

Unfälle bei Säuglingen und Kindern im Krabbelalter-

Schutz vor Stürzen:

Das Kind beim Wickeln nicht aus den Augen lassen. Bereits nach einem Vierteljahr kann ein Säugling sich aus der Rückenlage in die Bauchlage umdrehen und davon kriechen. Neugeborene können sich in Bauchlage fortbewegen. Es besteht deshalb stets die Gefahr, dass das Kind vom Wickeltisch fällt. Darum alle zum Wickeln benötigten Gegenstände vorher bereitlegen!

Das Kinderbett muss ein hohes Gitter und so eng stehende Stäbe haben, dass das Kind seinen Kopf nicht hindurchzwängen kann. Die Arretiervorrichtung darf von der Baby- oder Kleinkinderhand nicht gelöst werden können. Im entsprechenden Alter rechtzeitig herausnehmbare Stäbe entfernen, um dem Kind den Ausstieg zu ermöglichen. Sonst versucht es, über das Gitter zu klettern. Wird ein System mit Gurten verwendet (Stuhl, Kinderwagen, Auto), genau die Gebrauchsanleitung studieren. Bei der Anschaffung auf das GS-Gütesiegel achten. Nur so können die häufig tödlichen Strangulationsunfälle vermieden werden. Treppen und Brücken müssen rutschfest sein.

Schutz vor Ersticken, Strangulationen und Ertrinken:

Schlafen in Bauchlage ist für junge Säuglinge gefährlich. Deshalb Säuglinge nicht in Bauchlage zum Schlafen legen. Kein Kissen unter den Kopf des Säuglings legen. Babys vergraben in Bauchlage leicht Nase und Mund im Kissen, können aber auch mit dem Kopf darunter geraten.

Oberbett samt Bezug zumindest an den unteren Enden mit kurzen Bändchen am Bettgestell befestigen! Das Laken so an den Rändern fest stopfen, dass es vom Baby nicht herausgerissen werden kann!

Das Deckbett, das nicht zu schwer sein sollte, darf in ausgebreitetem Zustand nicht mehr als drei Viertel des Bettes bedecken. Keine Spielzeugschnüre quer über Bett oder Kinderwagen spannen!

Dem Säugling kein Spielzeug und auch keinen Schnuller geben, das an einer Schnur befestigt ist!

Es besteht immer die Gefahr, dass sich die Schnur um den Hals wickelt. Gurte und Halevorrichtungen, die das Baby im Bett oder im Wagen vor Stürzen schützen sollen, sorgfältig angelegen und öfter kontrollieren (s.o.).

Dem Kind nur splitterfreies Spielzug, ohne scharfe Kanten, mit ungiftigen Farben bemalt, geben! Klein genug für Babyhände, aber groß genug, um nicht verschluckt zu werden.

In die Hände von Säuglingen gehört außerdem nichts, was in Nase oder Ohren gesteckt werden kann. Plastikbeutel gehören nicht in Kinderhände. Wenn sich das Kind den Beutel über den Kopf zieht, droht Erstickungsgefahr.

Dem unbeaufsichtigten Säugling keine hartbröckeligen Gebäckstücke (Zwieback, Keks) zum Knabbern geben.

Dem liegenden Kind geraten leicht Speisekrümel in die Kehle oder Luftröhre.

Vorsicht bei Erdnüssen! Sie sind der häufigste Gegenstand, der von Kleinkindern eingeatmet wird. Es kann zu lebensbedrohlicher Atemnot kommen.

Die Kleidung darf keine für die Kinderhand erreichbaren Bänder oder Schnüre haben. Nur angenähte Knöpfe oder Druckknöpfe sind zu empfehlen. Säuglinge gehören in ihr eigenes Bett. Schlafen sie bei Erwachsenen, besteht die Gefahr, dass sie im Schlaf erdrückt werden. Auch beim Baden Säuglinge und Kleinkinder keinen Augenblick ohne Aufsicht lassen! Die Wanne muss so beschaffen sein, dass das Kind sich daran festhalten kann.

Schutz vor Verbrennungen, Verbrühungen und Stromunfällen:

Besondere Vorsicht an den typischen Unfallorten Küche und Badezimmer!

Beim Baden zuerst kaltes Wasser einfüllen, dann warmes Wasser zugießen. Niemals heißes Wasser zugeben, wenn sich das Kind bereits in der Wanne befindet.

Mit Heizkissen und Wärmflaschen vorsichtig umgehen. Es empfiehlt sich, das Bett damit nur vorzuwärmen. Ein Heizkissen strahlt in Stufe III etw. 55 Grad Celsius aus. Diese Temperatur kann bei einem Baby schon nach wenigen Minuten durch vollwirksamen Wärmekontakt (z.B. durch nasse Windeln) tief greifende Hitzeschäden bewirken.

Bei Wärmflaschen sind die Verschlüsse nur selten kindersicher. Babys und Kleinkinder dürfen niemals der prallen Sonne ausgesetzt werden. Es drohen Sonnenbrand, Hitzschlag oder Sonnenstich. Nahrung und Getränke für das Kind sind stets auf ihre Temperatur hin zu kontrollieren!

Für Kinder müssen Streichhölzer und alle elektrischen Geräte unerreichbar sein, Steckdosen und Kontakte sind zu sichern. Es gibt praktische Deckelverschlüsse und Kontaktsicherungen. Steckdosen mit Verschlusskappe und Drehdeckel sind für Kinder manchmal kein ausreichendes Hindernis.

Niemals Verlängerungsschnüre herumliegen lassen. Auf gar keinen Fall dürfen sie noch in der Steckdose stecken. Ferner müssen die Schnüre stets in einem einwandfreien Zustand sein.

Bei Anwesenheit von Kindern dürfen heiße Flüssigkeiten nie auf dem Boden abgestellt werden! Sie gehören auch nicht auf Tische, deren Decken so weit herunterhängen, dass die Enden für das Kind erreichbar sind. Überhaupt sollte dem Krabbelkind, wenn es an der Tischdecke zieht, nichts entgegen fallen können.

In der Nähe von Kleinkindern keine Gefäße mit heißen Flüssigkeiten herumtragen!

Öfen und Heizungskörper durch Schutzgitter sichern. Kinderwagen oder Säuglingstragen mit Seitenwänden aus luftundurchlässigem Kunststoff sind für einen längeren Aufenthalt ungeeignet. Dies gilt ganz besonders dann, wenn die Kinder in diesen Behältnissen der Sonne ausgesetzt werden (s.o.). Durch die mangelnde Luftzirkulation treten im Inneren der Wagen und Taschen auch bei kühler Außenluft hohe Strahlungstemperaturen auf, die eine ernsthafte Gesundheitsbedrohung zu Folge haben können. Der beste Ort für die Lagerung der Säuglinge im Freien sind Korbwagen. Keine Stecknadeln oder andere spitzen Gegenstände in Teppichböden und Flauschteppichen verschwinden lassen. Die Kinder stechen sich tief in die Füße und das Gesäß!

Schutz vor Vergiftungen:

Dam Kind darf man nur ärztlich verordnete Medikamente geben. Die Dosierungen müssen genau beachtet werden. Vorsicht mit herkömmlichen Fieberthermometern! Bei Bruch läuft das gefährliche Quecksilber aus. Außerdem kann sich das Kind schneiden. (Alternativ: batteriebetriebene Digitalthermometer.)

Alle für das Kind schädlichen Stoffe sind für das Kind unerreichbar aufzubewahren.

Auch die Kleidung kann unter ungünstigen Umständen zu Vergiftungen führen. So muss nach Kennzeichnung von Babywäsche mit anilinhaltiger Wäschetinte erst eine gründliche Kochwäsche erfolgen, bevor derartige Stücke dem Kind angezogen werden. Dies gilt auch für Windeln. Bekleidung frisch aus der Reinigung ist gründlich auszulüften, weil Reste von Lösungsmitteln zu Schäden führen können. Säuglinge vor Wespen- und Bienenstichen schützen! Die Kinder müssen beim Essen im Freien ständig beobachtet werden, Hände und Gesicht nach dem Essen gründlich reinigen!

Bei Ofenheizungen ist darauf zu achten, dass das Feuer richtig reguliert ist. Sonst besteht die Gefahr, dass sich giftiges, geruchloses Kohlenmonoxydgas bildet. Öfen vor jeder Heizperiode vom Fachmann kontrollieren lassen.

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